Standort
Standort Neustädtel
Der Standort Neustädtel ist einer von zwei Feuerwehrstandorten der Freiwilligen Feuerwehr Schneeberg und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gefahrenabwehr im gesamten Stadtgebiet. Durch seine zentrale Lage an der August-Bebel-Straße sowie die Anbindung an die Bundesstraßen B169 und B93 können Einsatzstellen innerhalb der Schneeberger Stadtgrenzen ebenso wie in den Nachbargemeinden Zschorlau und Hundshübel schnell erreicht werden.
Mit dem Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 und dem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) verfügt der Standort über eine vielseitige Fahrzeugausstattung, die eine schnelle und wirkungsvolle Bewältigung unterschiedlichster Einsatzlagen ermöglicht. Ob Brandeinsatz, technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen oder Unterstützung bei Unwetterlagen – die Kameraden stehen rund um die Uhr bereit, um Menschen in Not zu helfen. Insbesondere das wendige TSF spielt seine Stärken in der engen Schneeberger Altstadt, den schmalen Gassen von Neustädtel sowie auf abgelegenen Feld- und Waldwegen aus.
Als gleichwertiger Standort neben dem Gerätehaus an der Zwickauer Straße ergänzt der Standort Neustädtel die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr Schneeberg in idealer Weise. Neben dem Einsatz- und Ausbildungsdienst wird auch die Kameradschaft großgeschrieben. So organisieren die Kameraden jährlich das traditionelle Skatturnier der Gesamtfeuerwehr Schneeberg und tragen damit aktiv zum gemeinschaftlichen Miteinander innerhalb der Wehr bei.
Gerätehaus
Gerätehaus
Daten, Fakten und Besonderheiten unseres Standortes
- Baujahr / Bezug: 2015
- Anzahl Räumlichkeiten: 10
- Umkleiden: 2 (getrennt ♀/♂)
- Stellplätze: 2
- Moderne Infrastruktur mit Alarmmonitor / Alarmfax
- Öffentlich zugänglicher Defibrillator am Haupteingang
- großer Schulungsraum mit Küche im OG
- Gemeinschaftsraum im OG
- Büro für Führungskräfte
- Vollständige Sanitäranlagen mit Duschen im OG (getrennt ♀/♂)
Weitere Bilder
Mannschaft
Mannschaft
Unsere Abteilungen im Überblick
25
Aktive Einsatzabteilung
16
Jugendgruppe
11
Alters- & Ehrenabteilung
2
Passivabteilung
Geschichte
Geschichte
Die Chronik unseres Standortes Neustädtel
1866
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Neustädtel
Am 8. April 1866 gründeten beherzte Bürger nach jahrzehntelangen Brandkatastrophen die Freiwillige Feuerwehr Neustädtel. Gründer waren Ernst Theodor Bochmann, Karl Oswald Bochmann (Kaufleute) und Christian Troeger (Fabrikant). Am 23. April 1867 wurden 108 Bürger zum Dienst aufgerufen. Die Original-Stammrolle von 1866 ist bis heute im Besitz der FFW Neustädtel.
1875
Erste Landspritze - überortliche Löschhilfe
Stationierung einer Handspritze mit 8 Mann Besatzung. Damit wurde Löschhilfe auch in den Nachbarorten Lindenau, Schneeberg, Schlema und Zschorlau möglich – ein wichtiger Schritt zur überortlichen Zusammenarbeit im Erzgebirge.
1892
Reformationsfest - Schauübung auf der Marienstrasse
Beim Reformationsfest 1892 führte die Wehr eine öffentliche Schauübung auf der Marienstraße durch. Weitere Übungen am Pochwerk in Neustädtel stärkten das Vertrauen der Bevölkerung in die junge Organisation.
1923
Übungsmarsch zum Schützenhaus
Am 22. April 1923 fand der Übungsmarsch zum Schützenhaus statt. Kameraden in Uniform mit Musikinstrumenten – Kameradschaft und Ausbildung gehörten von Anfang an untrennbar zusammen.
1927
Neue Technik: 16m Handzugdrehleiter
Anschaffung einer 16 Meter langen ausziehbaren Handzugdrehleiter. Rettungseinsätze in höheren Stockwerken wurden damit erstmals möglich – ein bedeutender technischer Fortschritt für die Wehr.
1928
40. Bezirks-Feuerwehrtag und erste Motorspritze TS 6
Am 11. und 12. August 1928 richtete Neustädtel den 40. Bezirks-Feuerwehrtag aus. Im selben Jahr erhielt die Wehr eine Motorspritze TS 6 sowie eine sechssitzige Limousine als Geschenk von Fabrikant Dietz. Die Motorspritze konnte fortan als Anhänger genutzt werden.
1945
Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg
Viele Kameraden hatten ihr Leben im Krieg gelassen. Die Limousine war irreparabel. Bei Bränden musste wieder im Handzug ausgerückt werden. Am 19. April 1945 brannte die St.-Wolfgangs-Kirche aus. Die Gemeinschaft hielt zusammen und baute die Wehr neu auf.
1954
Hochwasser in Neustädtel
Schweres Hochwasser traf Neustädtel und forderte die Wehr in einem ihrer größten Katastropheneinsätze der Nachkriegszeit. Die Kameraden kämpften gemeinsam mit der Bevölkerung gegen die Fluten.
1956
90 Jahre Feuerwehr Neustädtel
Die Kameraden des Löschzuges Neustädtel feierten nach Kriegsende ihr 90-jähriges Bestehen. Gebührend hierfür wurde eine Einsatzübung für die Bevölkerung vorbereitet. Ein eigens dafür gebautes Holzhaus wurde abgebrannt und zeigte die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr.
1959
Gerätehausbau: 19.102 Stunden Eigenleistung
Karl Schreiter – späterer Ehrenbürger der Stadt Schneeberg – übernahm die Leitung der Feuerwehr Neustädtel. Die Stadt stellte ein leer stehendes Stallgebäude bereit. In fünf Jahren bauten die Kameraden mit 19.102 Stunden Eigenleistung Fahrzeughalle, Schulungsraum und einen LKW Molotow zum Löschfahrzeug auf.
1964
Frauengruppe und Jugendfeuerwehr gegründet
1964 gründete sich eine Frauengruppe im Löschzug. 1966 folgte die „AG Junge Brandschutzhelfer“ um gezielt Nachwuchs zu fördern. Diese Jugendarbeit sicherte die Zukunft der Wehr und besteht bis heute als aktive Jugendfeuerwehr Neustädtel.
1966
100 Jahre FFW Neustädtel
Das 100-jährige Jubiläum wurde gebührend in der Neustädtler Wehr gefeiert. Neustädtler Kameraden und Kameradinnen blickten auf 100 Jahre Bestehensgeschichte der Feuerwehr Neustädtel zurück.
1990
Nach der Wende: Partnerschaft mit Herten
Nach der Wende knüpfte der Löschzug neue Freundschaften mit Feuerwehren aus den alten Bundesländern. Besondere Beziehungen entstanden zum Löschzug Scherlebeck in der Partnerstadt Herten – gesamtdeutsche Kameradschaft gelebt.
1996
130 Jahre FFW und neue Feuerwehrfahne
Das 130-jährige Jubiläum wurde mit einer Schauvorstellung gefeiert – mit RTL-Fernsehteam und Moderator Hans Meiser. Im selben Jahr wurde eine neue Feuerwehrfahne nach historischem Vorbild von 1928 beschafft.
1998
Umzug ins Depot beim alten Holzwerk
Im Dezember 1998 zog der Löschzug ins ehemalige Holzwerk (Firma Hoefner) um. Erneut 2.000 Stunden Eigenleistung für Schulungsraum, Garage, Umkleide und Werkstatt.
2007
Gewinner beim Supertrabi Wettbewerb in Zwickau
Die Kameraden aus Neustädtel konnten beim 14. und 15. Internationalen Trabbitreffen in den Jahren 2007 und 2008 zweimal in Folge den grandiosen ersten Platz belegen. Möglich wurde dieser Erfolg durch eine gleichermaßen außergewöhnliche wie faszinierende Eigenkreation.
Als Basis diente ein Trabant P 601, Baujahr 1961, aus Zwickau. Das 26 PS starke Gefährt wurde in unzähligen Stunden Eigenleistung zu einem dreiachsigen Feuerwehr-Trabant umgebaut. Zur Ausstattung gehören ein 40-Liter-Wassertank, die originale Tragkraftspritze TS 6 aus dem Jahr 1928, eine vollständige Sondersignalanlage sowie ein 250-Watt-Soundsystem.
Auch optisch ist das Fahrzeug eine echte Besonderheit: Das Dach wurde nach vorn verlängert, das gesamte Fahrzeug um rund 110 Zentimeter gestreckt und eine zweite Achse eingebaut, die um 180 Grad gedreht in entgegengesetzter Richtung ausgerichtet ist. Die Heckpartie besteht aus zwei originalen Trabant-Türen.
Der Umbau erfolgte zwischen 2004 und 2006. Insgesamt investierten die Kameraden beeindruckende 2.400 Arbeitsstunden in dieses außergewöhnliche Projekt.
2014
Spatenstich für das neue Gerätehaus
Am 1. Juli 2014 fiel der Spatenstich – nach jahrelangem Kampf gegen undichtes Dach und verschimmelte Ausrüstung im alten Depot.
Am 22. Juli 2014 Grundsteinlegung, am 26. September 2014 Richtfest unter Zugführer Udo Bochmann.
2015
Einweihung des neuen Gerätehauses
Am 30. Januar 2015 wurde das neue Gerätehaus offiziell übergeben. Am 21. März 2015 Tag der offenen Tür mit großem Publikumsinteresse. Seit 2015 leitet Carsten Schönfelder den Löschzug Neustädtel in die Zukunft.
2025
10 Jahre Gerätehaus Neustädtel
Am 21. Juni 2025 feierten wir das zehnjährige Bestehen unseres Gerätehauses an der Karlsbader Straße mit einem großen Tag der offenen Tür. Unser Gelände und das benachbarte Grundstück verwandelten sich dabei in eine Festmeile für Groß und Klein. Zahlreiche Spiele und spannende Einblicke in die Feuerwehrtechnik sorgten für einen abwechslungsreichen Tag.
Ob beim Zerschneiden eines Fahrrads mit dem hydraulischen Rettungsgerät, bei Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto oder beim Toben auf einer riesigen Feuerwehr-Hüpfburg – für jeden war etwas dabei. So konnten unsere Besucher die Arbeit der Feuerwehr hautnah erleben und einen erlebnisreichen Tag bei uns verbringen.
2026
Übergabe eines Löschgruppenfahrzeuges
Mit der Zusammenlegung des Standortes Griesbach in die Gesamtfeuerwehr Schneeberg, wurde das bisher in Griesbach stationierte Löschgruppenfahrzeug (LF16/12) des Katastrophenschutzzuges des Erzgebirgskreises dem Löschzug Neustädtel übergeben.
Anfang des Jahres übernahm Kam. Sebastian Klein die Führung am Standort Neustädtel.
