Wissenswertes
Hinter den Kulissen der Feuerwehr
Mit verständlichen Erklärungen und spannenden Einblicken zeigen wir, wie die Feuerwehr arbeitet – von Ihrem Notruf bis zum Einsatz vor Ort.
Was tun, wenn es plötzlich brennt? Wie setzt man einen Notruf richtig ab und welche Informationen sind dabei wichtig? Auf dieser Seite finden Sie praktische Hinweise für den Ernstfall und erfahren, wie Sie sich in einer Notsituation richtig verhalten.
Anschließend werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehr: Was passiert eigentlich, nachdem ein Notruf abgesetzt wurde? Wie gelangt der Notruf zur Feuerwehr, wie werden die Einsatzkräfte alarmiert und was geschieht bis zum Ausrücken?
Außerdem stellen wir die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehr vor und erklären, warum Einsatzkräfte an der Einsatzstelle unterschiedlich farbige Westen tragen und welche Aufgaben sich dahinter verbergen.
Richtig verhalten im Brandfall
Was tun wenns brennt?
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Ruhe bewahren und warnen
Andere Personen im Gefahrenbereich informieren und auf den Brand aufmerksam machen. -
Brand melden (Notruf 112)
Feuerwehr anrufen, genaue Angaben zu Ort, Art des Brandes und möglichen Gefahren machen. -
Eigene Sicherheit hat Vorrang
Bei starker Rauchentwicklung sofort den Raum verlassen und Türen schließen. -
Rauch vermeiden
Tief bleiben, da Rauch nach oben steigt, und wenn möglich Türen hinter sich schließen. -
Sammelpunkt aufsuchen und warten
Gebäude verlassen, sich in Sicherheit bringen und auf die Feuerwehr warten.
Notruf richtig absetzen
Notrufnummer: 112
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1. Wo ist es passiert?
Genaue Adresse oder möglichst genaue Ortsbeschreibung nennen. -
2. Was ist passiert?
Kurz schildern, z. B. „Wohnungsbrand“, „starke Rauchentwicklung“, „brennt Fahrzeug“. -
3. Wie viele Betroffene?
Anzahl der Personen, ggf. Verletzte oder eingeschlossene Personen. -
4. Welche Gefahren bestehen?
Z. B. Feuer, Rauch, Explosion, Gefahrstoffe, Einsturzgefahr. -
5. Warten auf Rückfragen
Nicht auflegen, sondern Anweisungen der Leitstelle abwarten und befolgen.
112
Im Notfall
Feuerwehr und Rettungsdienst, kostenlos aus allen Netzen.
Alarmierung unserer Feuerwehr
Vom Notruf bis zum Ausrücken – so läuft eine Alarmierung ab
Ablauf einer Alarmierung
- 1. Notruf – Ein Anrufer wählt den Notruf 112 oder ein automatisches System (z. B. Brandmeldeanlage oder automatische Unfallerkennung eines PKW) löst einen Notruf aus.
- 2. Integrierte Rettungsleitstelle Chemnitz – Der Notruf geht bei der für Schneeberg zuständigen Leitstelle der Berufsfeuerwehr Chemnitz ein und wird dort von einem Disponenten bearbeitet.
- 3. Kräfte- und Mittelansatz – Entsprechend des zu erwartenden Einsatzumfangs werden die passenden Kräfte der Feuerwehr Schneeberg, aber auch umgebender Wehren und dem Rettungsdienst ausgewählt. Manchmal wird auch die Polizei dazu alarmiert.
- 4. Alarmierung – In der Regel erfolgt die Alarmierung über digitale Funkmeldeempfänger und unsere Handy-Alarmierung. Bei umfangreichen Einsatzstellen, vor allem wenn Menschenleben in Gefahr sind, wird zusätzlich die Sirene ausgelöst um möglichst viele verfügbare Kräfte zu informieren.
Unsere Alarmierungstechnik
- Digitaler Funkmeldeempfänger – Swissphone s.QUAD X35, von jeder Einsatzkraft mitgeführt.
- Handy-Alarmierung – ALAMOS aPager Pro, ermöglicht zusätzlich eine Rückmeldung der Kameraden, die zum Einsatz kommen.
- Sirenen – überwiegend elektromechanische Sirenen vom Typ E57, vereinzelt elektronische Sirenen Hörmann ECN / ECI.
- Alarmfax – geht direkt von der Integrierten Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr Chemnitz im Gerätehaus unserer Standorte ein und wird dort konventionell automatisch ausgedruckt.
- Alarmmonitor im Gerätehaus – AMWeb zur Anzeige der Einsatzdaten bietet unseren Kameraden nochmal einen kurzen Blick auf Einsatzdaten, Anfahrt, einer Draufsicht aus der Vogelperspektive und den noch anfahrenden Kameraden zu erlangen.
Sirenensignale – das bedeuten die Töne
Im Freistaat Sachsen gelten landeseinheitlich vier Sirenensignale:
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1. Signalprobe – ein 12-sekündiger Dauerton
(Probealarm am ersten Samstag des Monats um 11 Uhr). - 2. Alarm der Feuerwehr – drei Dauertöne von je 12 Sekunden mit 12 Sekunden Pause; dient ausschließlich der Alarmierung der Feuerwehr und richtet sich nicht an die Bevölkerung.
- 3. Warnung vor einer Gefahr – ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton (sechs Töne à 5 Sekunden mit je 5 Sekunden Pause).
- 4. Entwarnung – ein einminütiger gleichbleibender Dauerton.
Hinweis
Hören Sie das Signal „Warnung vor einer Gefahr“, schalten Sie umgehend Radio oder Fernsehen ein und achten Sie auf Durchsagen – nutzen Sie zusätzlich Warn-Apps wie NINA.
Weitere Informationen erhalten Sie beim Sächsischen Staatsministerium des Innern unter www.bevoelkerungsschutz.sachsen.de sowie bei der Stadtverwaltung Schneeberg.
Und schon gehts los...
Sekunden
Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung, ohne Atemschutzgerät.
Sobald die Alarmierung über die verschiedenen Alarmierungswege erfolgt ist, machen sich unsere Einsatzkräfte auf den Weg zum Feuerwehrgerätehaus. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie sich gerade bei der Arbeit befinden, nach einer Nachtschicht schlafen, zu Hause ihren Feierabend genießen oder mitten im Alltag beschäftigt sind – der Alarm unterbricht den normalen Tagesablauf.
Jeder Kamerad, der verfügbar ist, fährt mit der gebotenen Vorsicht so schnell wie möglich zum Gerätehaus. Dafür werden die unterschiedlichsten Verkehrsmittel genutzt: der Privat-Pkw, das Motorrad oder Moped, das Fahrrad oder – wenn der Weg kurz ist – auch der Fußweg.
Im Feuerwehrgerätehaus angekommen, zählt jeder Handgriff. Die Einsatzkräfte legen ihre persönliche Schutzausrüstung an und bereiten sich innerhalb weniger Augenblicke auf den bevorstehenden Einsatz vor. Trotz des Zeitdrucks darf dabei nichts vergessen werden – schließlich schützt die Ausrüstung im Einsatz Leben.
Ein geübter Feuerwehrmann benötigt für das Anlegen seiner Schutzausrüstung – ohne Atemschutzgerät – in der Regel nur etwa 30 Sektunden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Alarm um 12:00 Uhr mittags oder um 3:00 Uhr nachts ausgelöst wird. Probieren Sie es doch einmal selbst aus: Ziehen Sie Jacke, Hose und Schuhe so schnell wie möglich aus (denn wir kommen ja auch angezogen in die Feuerwehr) und im Anschluss wieder an – Sie werden überrascht sein, wie kurz eine halbe Minute tatsächlich ist.
Unsere persönliche Schutzausrüstung
Was unsere Einsatzkräfte im Ernstfall schützt
- Helm – Schutz vor herabfallenden Teilen, Hitze und Stoßeinwirkung. Die farbliche Blende gibt Auskunft über die Führungsausbildung der Kameraden. Der Aufkleber über seine Atemschutztauglichkeit.
- Funkgerät - damit wir mit anderen Einsatzkräften oder der Leitstelle kommunizieren können.
- Einsatzjacke – mehrlagig, hitze- und wasserabweisend, mit Reflexstreifen.
- Licht an Helm und Jacke: sorgt dafür, dass wir auch bei Dunkelheit oder wenn es plötzlich dunkel wird, den Überblick behalten.
- Wärmebildkamera - damit wir auch in verrauchten Räumen etwas erkennen und verborgene Glutnester aufspüren können.
- Handschuhe – hitzebeständig und schnittfest für den direkten Kontakt mit Einsatzmaterial. Auch gibt es gesonderte Handschuhe für die technische Hilfeleistung.
- Atemschutzgerät - inklusive Atemschutzmaske: ermöglicht das Arbeiten und Atmen auch in giftigen oder stark verrauchten Umgebungen, etwa bei Rauchgasbelastung.
- Einsatzüberhose – korrespondierend zur Überjacke, schutz vor Hitze, Nässe und mechanischer Belastung.
- Feuerwehrstiefel – durchtrittsichere Sohle, hitzebeständig, mit Stahlkappe.
- Flammschutzhaube – schützt Kopf und Hals vor Hitzestrahlung unter dem Helm.
Unsere Funktionswesten
Die farbliche Kennzeichnung von Führungs- und Sonderfunktionen im Einsatzwesen entstand als Reaktion auf Erfahrungen aus großen Schadensereignissen, darunter auch schwere Flugzeugunglücke. Dabei zeigte sich, dass Einsatzleiter und andere Schlüsselfunktionen aufgrund einheitlicher Schutzkleidung, schlechter Sicht oder des Zusammenwirkens verschiedener Organisationen oft nicht schnell erkannt werden konnten. Dies führte zu Kommunikationsproblemen und unklaren Führungsstrukturen, die die Einsatzkoordination erschwerten. Als Konsequenz wurden standardisierte Funktionswesten mit festgelegten Farben und eindeutigen Funktionsbezeichnungen eingeführt, um Verantwortlichkeiten sofort sichtbar zu machen.
Einsatzkräfte im Straßeneinsatz (orange)
Kennzeichnet Einsatzkräfte, die im fließenden Verkehr oder bei Absicherungsmaßnahmen tätig sind. Die orangen Warnwesten vervielfachen dabei die Warnfunktion unserer Schutzkleidung.
Einheitsführer (rot)
Kennzeichnet die Führungskraft einer taktischen Einheit im Einsatz. Dies ist der Fahrzeugführer eines Feuerwehrfahrzeuges mit 3 bis 9 Einsatzkräften.
Abschnittsleiter (weiß)
Kennzeichnet die verantwortliche Führungskraft eines Einsatzabschnitts bei größeren Schadenslagen. Zum Beispiel können größere Brandeinsätze in mehrere Abschnitte unterteilt werden. Ein Abschnittsleiter leitet z. B. die Wasserversorgung und die daran beteiligten Fahrzeuge sowie Kräfte, während ein anderer Abschnittsleiter die Koordination der Löschmaßnahmen im Brandobjekt übernimmt.
Atemschutzüberwachung (weiß, kariert)
Kennzeichnet die Person, die im Einsatz die bereitgestellten und eingesetzten Atemschutzgeräteträger überwacht und deren Einsatzzeiten, Daten, Drücke und Tätigkeiten als auch Vorkommnisse dokumentiert.
Einsatzleiter (gelb)
Kennzeichnet die Gesamteinsatzleitung vor Ort, die alle eingesetzten Kräfte und Mittel koordiniert.
